Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu. Ein Jahr voller Workshops, Vorträge, Begegnungen, Gespräche, Impulse und kleinen wie großen Glücksmomenten. Wenn ich so auf die vergangenen elf Monate zurückblicke, zieht sich ein Thema wie ein roter Faden durch unser ministrales Wirken und unseren gesamten Content, also unseren Inhalten: Positive Emotionen.
Genau diesen Faden nehmen wir noch einmal gemeinsam auf. Wir schauen zurück, vertiefen, ergänzen und fragen uns: Was haben wir über positive Emotionen gelehrt und gelernt? Wann und in welchem Kontext haben wir sie gefühlt und gelebt? Und was dürfen wir mit ins neue Jahr nehmen?
Content, der content macht
Gestartet haben wir im März mit unserer Aktion zum Weltglückstag: #Glücksperlen – Gute Gefühle für jeden Tag. Dabei ging es darum, bewusst positive Emotionen in den Alltag einzuladen und so das Glück ins Rollen zu bringen. Für jeden Glücksmoment eine Perle auffädeln und den Moment so sichtbar machen.
Viele von euch haben mitgemacht und uns Fotos von bunten Armbändern oder langen Ketten geschickt. Jeder Moment ein kleines, rundes Zeugnis für das Gute im Leben. Ihr habt die Aktion verpasst? Kein Thema, die Glücksperlen könnt ihr nach wie vor bestellen: www.MinisteriumFuerGlueck.de/Gluecksperlen
Im Mai, dem Monat der mentalen Gesundheit, haben wir uns mit dem PERMA Modell aus der Positiven Psychologie beschäftigt. Das P steht dabei – wer hätte es gedacht – für positive Emotionen. Wofür die anderen Buchstaben stehen, könnt ihr in unseren Beiträgen auf Instagram nachlesen.
Auch in den Monaten danach haben wir regelmäßig Content zu positiven Emotionen geteilt: zum Aufklären, zum Inspirieren, zum Einladen. Und genau das tun wir auch hier: Unten im Artikel findet ihr konkrete Anstöße, wie ihr positive Gefühle in euren Alltag bringen könnt. Aber bevor wir einsteigen, lohnt sich ein kleiner Blick auf das Fundament.
Sich einfach gut fühlen: Was Positive Emotionen bewirken
Emotionen prägen, wie wir denken, handeln und Entscheidungen treffen. In der Positiven Psychologie – also der Wissenschaft vom gelingenden Leben – spielen positive Emotionen eine Schlüsselrolle. Dabei meinen sie viel mehr als die bloße Abwesenheit von negativen Emotionen. Sondern die Momente, in denen wir Freude, Dankbarkeit, Hoffnung, Inspiration oder weitere Gefühle spüren.
Die Forschung belegt: Positive Emotionen…
- stärken unsere Resilienz
- steigern Kreativität und Problemlösefähigkeit
- verbessern Beziehungen und soziale Verbundenheit
- unterstützen das Immunsystem
- und erhöhen langfristig unser Wohlbefinden
Und: Sie ersetzen negative Emotionen nicht. Negative Gefühle gehören genauso dazu und dienen uns. Angst zeigt Grenzen, Wut zeigt Werte, Traurigkeit schafft Tiefe. Für ein erfülltes Leben brauchen wir also die ganze Palette.
Was sich aber durch alle Studien zieht: Damit wir aufblühen, brauchen wir ein spürbares Übergewicht an positiven Emotionen. Früher kursierte die bekannte 3:1-Regel – drei positive Gefühle für jedes negative. Heute wissen wir: Eine feste Zahl lässt sich wissenschaftlich nicht halten. Wichtig ist vielmehr das Grundprinzip: Wenn wir uns eine Waagschale vorstellen, sollte die Seite der positiven Gefühle und Momente im Alltag sichtbar schwerer sein.
Positive Emotionen am Arbeitsplatz stärken
Gerade im Job erleben viele Menschen eher Druck, Tempo, Erwartungen – positive Gefühle scheinen da oft Nebensache. Dabei zeigen Studien: Wenn wir uns bei der Arbeit verbunden, wertgeschätzt, humorvoll oder inspiriert fühlen, steigt nicht nur unsere Zufriedenheit, sondern auch Teamgeist, Kreativität und Problemlösungskompetenz.
Wie das gelingen kann?
- Murmeln: Kleine Mini-Komplimente im Vorbeigehen – sichtbar gemacht durch das Geben und Tauschen von Murmeln.
- Loben: Wertschätzung aussprechen. Echtes, authentisches Lob motiviert und lässt Menschen ihre Stärken bewusster wahrnehmen.
- Humor: Gemeinsames Lachen verbindet und ermöglicht neue Perspektiven. Schon kleine humorvolle Momente können das Klima spürbar verbessern.
Zudem schaffen Begegnungen wie ein gemeinsamer Cappuccino, ein kurzer Check-in mit einer offenen Frage oder ein Teamausflug eine emotionale Atmosphäre – und damit eine bessere Zusammenarbeit.
Besonders Führungskräfte sind hier gefragt! Für alle Leader:innen, die etwas bewegen wollen, haben wir genau das Richtige: Unser Workshop „Mut zur Menschlichkeit“ geht 2026 in die zweite Runde – in einem neuen, noch offeneren und interaktiveren Format.
Wir haben insgesamt drei thematische Schwerpunkte, die jeweils an einem eigenen Termin stattfinden:
- Resilienzmanagement und achtsame (Selbst)-Führung (feat. Jeanette Goebes am 05.03.2026)
- Körperbasiertes Emotionsmanagement (feat. Selina Hitzfeld am 05.11.2026)
- PERMA-V-Modell für ein ganzheitliches Wohlbefinden im Arbeitskontext (feat. Anna Auerbach am 11.03.2027)
Alle Termine finden in Mannheim statt und sind einzeln buchbar – oder im vergünstigten Bundle. 😉
Seid dabei und gestaltet die Zukunft mit Mut und Menschlichkeit! Alle Infos & Anmeldung findet ihr über den Link in der Bio oder direkt hier: https://ministeriumfuerglueck.de/angebote/mut-zur-menschlichkeit/
Emotionen vs. Gefühle: Ein Blick hinter die Kulissen
Wir sprechen im Alltag und hier beim Ministerium oft von Emotionen und Gefühlen, als wären sie das Gleiche. Auch in der (positiven) Psychologie werden diese Begriffe oft synonym verwendet. Der Vollständigkeit halber – und weil es wirklich spannend ist, einmal hinter die Kulissen zu schauen – nehmen wir hier eine klare Unterscheidung vor:
Gefühle
Gefühle sind das, was wir bewusst wahrnehmen: Sie sind unsere innere „Farbpalette“. Freude, Ärger, Neugier, Angst, Liebe – all das sind Gefühle. Sie entstehen, wenn wir eine Emotion gedanklich einordnen und interpretieren. Unser Gehirn bewertet: Was bedeutet das gerade für mich? Deshalb fühlen sich dieselben körperlichen Reaktionen bei jedem Menschen anders an.
Beispiel: Unser Herz klopft schneller (Emotion). Wir deuten es als „Aufregung“, „Unsicherheit“ oder „Vorfreude“ (Gefühl).
Emotionen
Emotionen sind die schnellen, automatischen Körperreaktionen, die meist schon einsetzen, bevor wir überhaupt bewusst darüber nachdenken. Das limbische System funkt und der Körper reagiert: Herzschlag, Atmung, Spannung, Impulse. Evolutionär gesehen sollen Emotionen uns schützen und blitzschnell handlungsfähig machen.
Beispiel: Bevor wir merken, dass wir Angst haben, hat unser Körper längst entschieden, uns auf Flucht, Kampf oder Erstarren vorzubereiten.
Wie wir Positive Gefühle in unser Leben einladen
Dem Gefühl einen Namen geben
Je präziser wir unsere Emotionen beschreiben, desto bewusster erleben wir sie. Und je größer unser Wortschatz ist, desto leichter fällt es uns, Glücksmomente zu erkennen und hervorzurufen!
Anstatt zu sagen “mir geht es gut” oder “ich freue mich”, versucht mal spezifischer zu beschreiben, was in euch vorgeht. Hier ein bisschen Inspiration für positive Gefühle: energiegeladen, erfrischt, beschwingt, beflügelt, animiert, fähig, inspiriert, stolz, gelassen, berührt, entschlossen, hoffnungsvoll, selbstsicher.
Es gibt so viele wunderschöne, treffende Begriffe für unsere Gefühle. Sprache macht Gefühle greifbar und verstärkt sie. Mehr Ideen findet ihr übrigens in unserem Instagram-Adventskalender „ABC der positiven Emotionen“.
Dankbarkeit fühlen (statt nur notieren)
Sicher kennt ihr auch verschiedene Methoden, um Dankbarkeit im Alltag zu üben. Ein besonders beliebtes Tool ist das Dankbarkeitstagebuch. Dort halten wir fest, worauf wir stolz sind, was uns Schönes passiert ist – eben alles, wofür wir dankbar sind, im Kleinen wie im Großen.
Aber: Die besten Tools nützen wenig, wenn sie sich nur wie weitere To-dos anfühlen. Manchmal denken wir: „Ich MUSS jetzt noch schnell mein Dankbarkeitstagebuch führen, DAMIT ich glücklich bin.“ Doch so funktioniert es nicht. Es geht nicht ums „Müssen“, sondern ums bewusste Erleben. Deshalb: Achtet mal ganz bewusst darauf, mit welcher Intention ihr eure Dankbarkeitsrituale macht. Weil ihr denkt, dass ihr dadurch etwas erreicht? Oder weil es euch wirklich Freude bereitet?
In der Ruhe liegt die Kraft
Auch Meditation hilft, eine positivere Grundstimmung zu fördern. Eine einfache Übung: Schließt die Augen, atmet tief ein und denkt an einen Moment, in dem ihr euch glücklich gefühlt habt. Haltet dieses Gefühl für einige Atemzüge fest und lasst es sich in eurem Körper ausbreiten. Je öfter ihr das übt, desto leichter fällt es, positive Emotionen bewusst hervorzurufen.
Licht, Luft, Laub
Sonnenlicht, frische Luft und Zeit in der Natur. Und all das hat direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden. Warum genau tut uns das biologisch so gut? Sonne erhöht den Serotoninspiegel, frische Luft macht klar im Kopf, Natur senkt nachweislich Stresshormone.
Okay, zugegeben: Im Winter wird es etwas herausfordernder. Aber nicht unmöglich. Zieht euch warm an, nehmt einen heißen Tee mit und dann raus in die frische, kalte Luft. Wenn es ein paar Tage lang dunkel ist, lohnt sich manchmal ein kleiner Ausflug auf einen Hügel oder Berg – dort zeigen sich oft ein paar Sonnenstrahlen. Und wenn selbst das nicht klappt, kann auch eine Rotlichtlampe helfen, um ein wenig Licht und Wärme in den Alltag zu bringen.
Geteiltes Positives Gefühl ist doppeltes positives Gefühle
Positive Emotionen werden noch kraftvoller, wenn wir sie teilen. Studien zeigen: Freude, Dankbarkeit oder Stolz werden intensiver erlebt, wenn wir sie mit anderen Menschen teilen. So entsteht nicht nur doppeltes Glück, sondern auch echte Verbundenheit.
Zwischenmenschliche Beziehungen gehören zu den wichtigsten Faktoren für unser Wohlbefinden. Sie geben uns Halt, lassen uns wachsen und erinnern uns daran, dass wir nicht allein durchs Leben gehen.
So können wir zum Beispiel Freude teilen, indem wir unserem Umfeld bewusst von einem schönen Erlebnis, statt es nur innerlich abzuhaken. Und das Beste daran: Je öfter wir positive Emotionen miteinander teilen, desto mehr breiten sie sich aus. Beziehungen werden enger, das Vertrauen wächst und unser Glück verdoppelt sich, wie wir so schön sagen.
Euer positiver Rück- und Ausblick
Wenn wir auf das ministeriale Jahr zurückblicken, sehen wir: Positive Emotionen waren immer wieder Thema: in unseren Workshops, in Gesprächen mit euch, in Posts, in kleinen Momenten zwischendurch.
Und wahrscheinlich ging es vielen von euch ähnlich: Es sind oft die unscheinbaren Augenblicke, die im Alltag untergehen und trotzdem guttun. Nehmt euch in den nächsten Tagen ein paar Minuten Zeit und überlegt, welche positiven Gefühle euch 2025 begegnet sind und welche ihr im neuen Jahr bewusst stärker einladen möchtet.
- Welche Momente haben mir dieses Jahr besonders viel…bereitet? (setzt hier einfach die positive Emotion ein, die für euch passt)
- Welche positive Emotion möchte ich im nächsten Jahr öfter spüren? Was kann ich konkret dafür tun?
Wenn wir darauf achten, können die kleinen guten Momente ein bisschen sichtbarer werden und uns durchs neue Jahr begleiten.
Wir wünschen euch die tollsten Emotionen dabei!

